Digitalisierung als Chance: „mind shift“ ist der Schlüssel

Fazit der MEXCON 2018: mit Mut in die Zukunft

Gibt es in Zukunft überhaupt noch Face-to-Face-Meetings? Wird der Referent einer Konferenz per biometrischer Gesichtserkennung live sehen, ob sein Vortrag langweilt? Haben Chefs künftig noch Kontrolle über ihre Mitarbeiter? Müssen wir weg vom Perfektionismus und was ist, wenn unser Projekt dann auf der Bühne einer „Fuck-up-Night“ landet?

Mit dem Kernthema „Industry Challenges“ lieferte die Meeting Experts Conference (MEXCON) im Juni 2018 in Wiesbaden Antworten auf diese und weitere Fragen, die mit der Digitalisierung in der Tagungs- und Kongressbranche verknüpft sind. Bei Vorträgen, Sessions, Exkursionen und Networking-Gesprächen wurde klar: Es geht um Veränderung in allen Bereichen.

Wandel muss in den Köpfen beginnen

Die MEXCON-Teilnehmer waren sich einig: Basis für den Umgang mit den Herausforderungen der Zukunft ist ein Bewusstseinswandel. „Als ersten Schritt müssen wir diesen ‚mind shift‘ hinbekommen“, so Matthias Schultze, Managing Director des GCB German Convention Bureau e.V. „Neue Technologien und sonstige Themen der Digitalisierung haben eine nachgeordnete Bedeutung.“

Veränderungen, teilweise sogar als Disruption etikettiert, stellen uns vor Herausforderungen – ein roter Faden, der sich durch Vorträge und Diskussionen der Konferenz zog. Mögliche Szenarien malte zum Beispiel GCB-Geschäftsführer Schultze mit einem Kurzvortrag zum Thema „Plattformökonomie“ an die Wand. Wandel gibt es auch in der Arbeitswelt. Amin Guellil, Geschäftsführer der ucm.agency, prophezeite in Bezug auf das Eventmanagement: „Bye bye Beruf – bald gibt es nur noch Projekte.“

Für Unsicherheit sorgte das Thema Interaktivität: Denn mehr Partizipation durch die Teilnehmer bedeutet weniger Kontrolle durch den Veranstalter. Doch dies sollte als große Chance aus Sicht von Rainer König von der KFP Five Star Conference Service GmbH gesehen werden: „Direkte Feedback-Möglichkeiten während einer Veranstaltung steigern in der Summe deren Qualität und Relevanz.“ So wie König strahlten auch zahlreiche andere Experten auf der MEXCON große Zuversicht aus. Ihr Credo: „Wir brauchen uns vor der Digitalisierung nicht zu fürchten.“ Dass wir eigentlich auch gar keine Wahl haben, rief Poetry Slammer Marius Hanke alias Zwergriese dem Publikum zu: „Die Zukunft wird starten, ganz egal, ob wir den Mut dafür haben!“

Rezept gegen Fachkräftemangel: Verantwortung übertragen

Radikale Veränderungen, angestoßen durch die Digitalisierung, stehen unter dem Schlagwort „New Work“ in der Arbeitswelt an. Die MEXCON 2018 stellte Unternehmen vor, die bereits weitreichende interne Veränderungen umgesetzt haben. Erfolgsfaktoren dabei: agile Organisation, betriebsinterne Transparenz, Talentförderung, das Übertragen von Verantwortung sowie Offenheit und Gesprächsbereitschaft.

Herausforderungen bei Veränderungen gibt es auch hier, sagte Marco Niebling über die Einführung des agilen Managements bei der Hermann Maschinenbau GmbH (HEMA) – aber: „Man ist dann bereit, sich zu verändern, wenn man weiß, warum.“ Das Ergebnis: Mehr Erfolg durch unternehmerisches Denken auf allen Ebenen, indem Mitarbeiter mehr Verantwortung übernehmen dürfen – ein Ausdruck von Wertschätzung, die nebenbei auch noch motivierte Nachwuchskräfte anlockt.

Individualisieren und beraten: Soft Skills sind gefragt

Ein weiteres „Buzzword“ auf der MEXCON 2018 lautete „Individualisierung“ – ob beim Umgang mit den Mitarbeitern oder als Anbieter und Dienstleister in der Veranstaltungsplanung.
Zunehmend wichtig ist daher die Fähigkeit der Mitarbeiter, ihren Kunden genau zuhören und sie passend zur jeweiligen Veranstaltung beraten zu können – eine gerade bei Technologie-Dienstleistern überraschende Entwicklung.

Ihre Herausforderung angesichts immer mehr und besserer technischer Tools ist es, Kunden von übermäßigem, aber sinnlosem Technik-Einsatz abzuraten – denn im Zentrum einer Veranstaltung sollte deren Idee stehen.

„Machen ist wie wollen, nur krasser!“

Immer schneller ist die Branche gefordert, sich auf neue Entwicklungen einzustellen: Diese Aussage stand am Beginn der MEXCON 2018. Wie gründlich können sich die Akteure der Branche dann auf die „Industry Challenges“ vorbereiten? Die Antwort lieferte Keynote-Redner Marc Stoffel, gewählter CEO des schweizerischen Unternehmens Haufe-umantis AG.

Er ließ seine Erfahrungen aus der Demokratisierung seines Unternehmens in einen Satz einfließen, der als Fazit der Konferenz gelten kann: „You have to start before you are ready!“

Kontakt

Sie haben Fragen oder Anregungen? Senden Sie uns einfach eine Nachricht - wir melden uns kurzfristig bei Ihnen zurück!

Not readable? Change text. captcha txt